POMORAMA | Die postmoderne Architektur in Lüttich
Ein erster Überblick über die Lütticher Postmoderne
Während die Architektur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts seit den 1990er Jahren zunehmend internationale Anerkennung als Kulturerbe erlangt – ein Zeichen für die seit dem Zweiten Weltkrieg fortschreitende Erweiterung des Kulturerbegriffs –, ist die Anerkennung neuerer architektonischer Strömungen nach wie vor eher marginal. Diese Feststellung gilt umso mehr für die Werke der Postmoderne. Die postmoderne Architektur, die sich durch eine Vielfalt kritischer Antworten auf die Frage nach der Überwindung der Moderne auszeichnet und im angelsächsischen Kritikvokabular mit der Abkürzung „Po-Mo“ bezeichnet wird, entstand in Italien und den Vereinigten Staaten, bevor sie sich zwischen den 1960er und 1980er Jahren international verbreitete. In Belgien setzte sich dieser architektonische Wandel ab den 1970er Jahren durch und prägte das Stadtbild von Lüttich bis zur Wende zum 21. Jahrhundert.
Angesichts des Umfangs und der Vielfalt der postmodernen Architektur in Lüttich hat das Seminar „Patrimoine(s): Questions contemporaines“ der Fakultät für Architektur der Universität Lüttich gemeinsam mit seinen Studierenden und in Zusammenarbeit mit der Stadt Lüttich einen ersten Rückblick auf dieses bislang noch wenig dokumentierte Erbe geworfen und dabei den Grundstein für ein kritisches Inventar gelegt.
POMORAMA, ein Panorama postmoderner Architektur, ist kostenlos online in Form einer interaktiven Karte zugänglich und lädt dazu ein, diesen noch wenig bekannten Teil der jüngeren Architekturgeschichte der Lütticher Innenstadt zu erkunden.
POMORAMA: Reflexion über die Lütticher Postmoderne
Die als kritische Retrospektive konzipierte Ausstellung „POMORAMA, die architektonische Postmoderne in Lüttich“ hinterfragt das Gedächtnis und die Herausforderungen der Erhaltung der postmodernen Architektur in Lüttich. Der Ausstellungsparcours bringt Archivdokumente mit den Fotografien von Mathias Elaerts in einen Dialog, die die zeitlichen Verschiebungen der Postmoderne hinterfragen. Er umfasst zudem die Objektsammlungen „Po-Mo“ und „Sparadraps“ von Amandine Guitoun, die die ästhetischen Codes dieser Epoche neu interpretieren.
Praktische Informationen
> Verglaste Galerie des Grand Curtius – Féronstrée 136 – 4000 Lüttich
> Vom 3. bis 27. September 2026
> Eintritt frei
Copyright der Bilder
- Bild: M. Coq
- Bild: Stiftung Jeanne & Charles Vandenhove – Cour Saint-Antoine