Lütticher Gewehr von der Weltausstellung in Paris 1867

Lütticher Gewehr von der Weltausstellung in Paris 1867
Diese Waffe stellt ein Meisterwerk der Ziselierung und Einlegearbeiten im 19. Jahrhundert dar.  Es handelt sich im Prinzip um ein Jagdgewehr mit zwei Schuss für Patronen mit Lefaucheux-Zündung, welches in Europa sehr verbreitet war.  Die Präsentation ist jedenfalls außergewöhnlich.  Die Läufe von Léopold Bernard in Paris bestehen aus „Torsionsdamast“. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das das Eisen- und Stahlschmieden verereint, um ein flexibles und widerstandsfähiges Metall zu erhalten, dessen heterogene Struktur nach einer Säurebehandlung an der Oberfläche zu sehen ist.  Die Ziselierung und die Relief-Einlegearbeiten aus Gold stammen vom Lütticher Joseph Boussart.  

Sie sind in ihrem „Neo-Renaissance“-Stil von Jagdmotiven inspiriert, nämlich von stilisierten Hunden pflanzlichen Ornamenten.  Der Abzugsbügel ist in runder Form ziseliert und stellt einen Hund dar, der auf ein Paar junger Rebhühner lauert, während die Hämmer der Schlaghebel in Form von Chimären gestaltet sind.
Die Weltausstellung von 1867 markiert den Höhepunkt des Zweiten französischen Kaiserreichs.  Sie fand auf dem Champ de Mars statt – an jenem Ort, an welchem zwanzig Jahre später der Eiffelturm errichtet werden würde. 

Die Lütticher, die damals zu den größten Waffenherstellern weltweit gehörten, stellten dort zahlreiche Produkte aus.  Pierre Joseph Lemille (1811-1882) – welcher später das Waffenmuseum von Lüttich gründen sollte – nahm hier vor allem mit diesem Gewehr und einem ähnlichen Stück, das von Cuvelier (MAL  4.720) ziseliert war, viel Platz ein.

Année d'exécution
1865
Lieu
Liège
Dimensions
L. : 116 cm ; L. canons : 75 cm ; Calibre : 16